Die Universität umbügeln: Geschlechterpolitik und Arbeitskampf in Frankfurt

Donnerstag • 2. Juni 2016 • 16.30 Uhr | Feministischer Austausch im Seminarhaus • Raum 0.106 • Campus Westend | Mit Dagmar Comtesse:

reihe

Aufdringliche Typen auf Studi-Partys, kein Kita-Platz für Euer Kind, kaum weibliche Lehrstühle, zu wenig Geld für Geschlechterstudien und sexistische Kommentare in Seminaren? Die Liste der Missstände an der Goethe-Uni, die mit dem Geschlechterverhältnis zu tun haben, ist lang. Und selbst wenn ein paar „Vorzeigefrauen“ es bis in die Chefetage geschafft haben, bedeutet das keine echte Befreiung.

Die Beispiele zeigen, dass unsere Arbeitswelt eng mit Geschlechterfragen zusammenhängt, dass sich das große Ganze stets in unserem Alltag wiederfindet. Feministische Gruppen an der Uni kämpfen dagegen schon seit Längerem an. Dazu zählen die Frauenrät*innen und Fem-Phils, die Fantifa und das Autonome Frauen*Lesben Referat, das Care-Revolution-Netzwerk und auch informelle Kreise, etwa der Kolleginnen aus der Mensa.

Es gibt also viele Auseinandersetzungen, aus denen sich etwas lernen lässt. Zugleich verweist der Fortbestand der Missstände darauf, dass es breiterer Ansätze bedarf. Deshalb laden wir alle Interessierten dazu ein, sich in entspannter Runde über Erfahrungen an der Uni auszutauschen. Was stört Euch und was wünscht ihr Euch? Worin seht ihr die Missstände begründet und worin die Schwierigkeiten, sie zu beseitigen?

Als Gast begrüßen dürfen Dagmar Comtesse, promovierte Mitarbeiterin am Exzellenzcluster “Normative Orders” und Mutter von zwei Kindern. Sie unterrichtete u.a. zum Thema “Männliche Republik” und ist derzeit Mitglied der Society for Women in Philosophy. Zuvor war sie Mitglied der Fem-Phils und aktiv als Frauenrätin im Fachbereich 08. Sie wird die Probleme erläutern, mit denen sich insbesondere Frauen im Mittelbau konfrontiert sehen.

Es soll aber nicht beim Erfahrungsaustausch bleiben. Als alternative Hochschulgewerkschaft sind wir daran interessiert, wie sich der Problemzusammenhang von Studium, Arbeit und Geschlecht organisiert angehen lässt. Auf Grundlage der geschilderten Erfahrungen pic3wollen wir daher mögliche Forderungen und Lösungsstrategien diskutieren, die sich in unseren politisch-gewerkschaftlichen Ansatz aufnehmen lassen.

Auch Männer sind herzlich willkommen. Für Kinderbetreuung wird gesorgt.